VIII — Lied über die Liebe
7 VerseZum Kontext
Ein Gedicht, das zwischen zwei Ebenen changiert: Liebesklage und politischer Verlust verschmelzen so eng, dass unklar bleibt, ob die „Reiter, die gegangen sind" ein militärisches Kontingent oder eine einzelne Geliebte meinen. Siehe auch Exil & Heimweh.
01Ich habe Euch verlassen, und es war hart von Euch zu gehn,
ein Schmerz, den aushielt weder Herz noch Leib.
02Fern und tot sind sie nun. An welchen Rat soll ich mich halten,
wenn unsere Nächsten sind in alle Winde nun verstreut?
03Wirst Du bleiben, wenn alle Reiter gegangen? Wie soll man
bleiben ohne Dich? Nun, wo all die Reiter fort.
04Wieviele sind es, die das Meer befahren, ein Meer der Schmerzen.
Für Dich haben sie die Augen voll von frischen Perlen.
05Ich hab Dein Haus nicht hasserfüllt verlassen,
denn Liebe stirbt, nachdem sie gelebt.
06Ich hoffe mir keinen Frieden von der Zeit,
hat ihretwegen sich der Krieg doch wohl entzündet.
07Wenn das Schicksal gnädig ist — wie oft
wird der Unbeugsame gezähmt, wie oft der Widerspenstge wohl bezwungen?