01Du Glücklicher! Dir präsentieren sie eine großzügige Braut,
von beinah spröder Zurückhaltung.
02Wird er gemischt, wirst du ihn anschmiegsam finden,
so gibt sich eine zurückhaltende Frau hin, wenn man ihr den Hof macht.
03Ich erkenne: Wein ist Dreh- und Angelpunkt aller Heiterkeit.
Sie dreht sich um ihn beim morgendlichen Umtrunk.
04Die Gärten lachen, wenn sie ihn sehen,
über ihnen weinen die Wolken, von Regen trächtig.
05Die Zweige erscheinen ihnen wie winkende Hände,
deren Finger Ringe mit kleinen Gemmen tragen.
06Niemals zuvor hab ich Schwerter gesehen,
die, wenn man sie zieht, Perlen verstreuen;
07noch Feuerstein auf Stahl, die dem Feuerzeuge gleich,
Tropfen statt Funken versprühen.
08Schau sie dir an, die den entkorkten Roten Dir einschenkt,
ihre Satteldecke ist das Pech.
09Seine berauschende Kraft lässt dich stolpern, und du lobst ihn,
obwohl das Stolpern verwerflich ist.
10Um aufrecht zu bleiben im geselligen Kreis, mäßigt man ihn
mit Wasser, aus seinen Flanken sprühen Funken in jede Richtung.
11Ich aber sage: Oh wie das Feuer lacht
und die Zähne des Wassers zeigt.
12Du empfängst die Sonne Deines Lebens von einer Gazelle,
geschmückt mit Ketten und Armreifen.
13Sie zeigt sich mit schmachtenden Blicken, damit die Liebe
erwache, die heimlich lodert in Dir.
14Du bist das Ziel der Verführung der weiß-schwarzen Augen
in einer Mischung aus Trägheit und Schönheit.
15Na los. Nimm Dir das rubinrote Wasser,
in dem die leeren Perlen schweben.
16Sie wird dir einen Jasmin-Garten zeigen,
in der Mitte ihre Granatblüte.
17Wenn Verdünnen mit Wasser die Farbe dann lichtet,
verschwindet das Rot und erscheinet der Glanz.
18Ein Redner vertreibt uns mit sanfter Stimme die Müdigkeit
— die Weinschenke ist seine Kanzel.
19Die Nacht haucht ihre letzten Züge aus,
wenn an den Grenzen der Tag heranwächst.
20Lass das berauschende Gold, das die Sorgen verjagt, weiter die Runde machen.
Sei nicht besorgt, wenn die Besitztümer der Nacht zerrinnen.
21So groß ist der Reichtum des ʿAlī —
der Segen aus seiner Rechten reicht, dass niemand Elend fürchten muss.
22Dies ist der König, nach dessen Willen
tosen die unendlichen Meere und Wüsten.
23Hoch erhebt er sich auf der Schwelle seiner Tugenden,
die leuchtenden Sterne — in seinem Himmel sind sie ihm nah.
24Er hat seine Wurzeln in der edlen Sippe der Ḥimyar,
weshalb sein Stamm und seine Zweige herausragend.
25Seine rechte Hand teilt unendliche Wohltaten aus, Geschenke vielfältigster Art,
und sie steht nur im Wettstreit mit der linken.
26Die Gaben aus seiner Hand — jeder, der zu ihm kommt, profitiert davon.
Das Meer — viel kleiner scheint's in seiner Fülle als seine Hände.
27Sein Feuerstab entzündet unermessliche Glut,
sollt ein anderer erlöschen — er ist der Zunder für mehr.
28Und gibt er auch Tausend, bevor er sie spendet,
entschuldigt er sich, es seien zu wenig.
29Besonders zerstörerisch ist er,
wenn seine Lanzen und Schwerter die Feinde treffen.
30Er schreitet voran, und hinter ihm fanden die tapferen Feinde
ihr Verderben in der Tränke des Todes.
31Wie den Löwen ihr Fell zum Mantel gereicht,
so werden den Kämpfern die eisernen Maschen zum Fell.
32Die eisernen Maschen umhüllen sie,
das Feuer härtet sie für die Schlacht.
33Sein Heer stürzt mitten hinein ins Gewühl, die Sterne
seines Himmels sind Speerspitzen, durstig nach Blut.
34Wenn sie in die feindlichen Köpfe dringen,
fließt das Blut in Strömen.
35Wenn der Himmel seine Horizonte in Finsternis kleidet,
dann besteht jene Dunkelheit aus aufgewirbeltem Staub.
36Man sieht Geier in der Luft schweben,
wann immer sich Staubwolken bilden.
37Dein Geist strahlt wie die Schärfe deiner Schwerter,
deine Absicht ist so durchdringend wie ihr Schnitt.
38Für dich erstrahlt die siegreiche Religion des Islam
über die Religion der Christen.
39Du schützt das Recht zu Lande und zur See
mit einem Schwert, durch das die Vernichtung ihren Lauf nimmt.
40Gott gab Dir solch überlegene Einsicht,
dass die Sonne Verzweiflung und Verachtung über sie brachte.
41Ich sah die Schiffe, die Griechisches Feuer schleuderten,
welches Seelen der Christen vernichtet hat.
42Es schien, als ströme ein siedender Brodem aus den Rohren,
der ihre Gesichter versengt.
43Und wenn er in die Brust der Barbaren drang und der Tod sich an sie heftete,
brach ein tierisches Brüllen aus ihr hervor.
44Auf den Schiffen schaute man wie durch Spalten in einen Vulkan,
sie konnten Dir einen Vorgeschmack geben auf das wirbelnde Höllenfeuer.
45Aus dem Bronzerohr schoss eine brennende Flut,
das die Seelen der Barbaren austilgte.
46Und war sie entzündet, gab es weder Wasser noch irgendeine andere Macht,
die sie hätte löschen können.
47Gott möge ihren Mut gegen sie selbst wenden.
Sie haben einen Bund geschlossen, dessen Frucht Verderben war.
48Sie erschraken vor ihren Feinden, flüchteten,
und nur in der Flucht entkamen sie lebend.
49Machten sich Flügel aus den Segeln ihrer Boote,
die sich in den Wind legten und davonflogen.
50Es sind wohl ihre Kiesel gegen Berge geschmettert,
die sie im Aufprall vernichtet haben.
51Sei gegrüßt, dessen Hand bei der Erfüllung von Wünschen,
die für andere unerreichbar sind, freie Wahl hat.
52Deine Schiffe segeln unter einem glücklichen Stern,
der an deiner ewig kreisenden Himmelssphäre steht.
53Für sie wehen die dienstbaren Winde,
sind sie auf Kurs, beruhigt sich das Meer.
54Und was sie an mannigfaltigen Wohlgerüchen bringen,
ist Herrscherlob: dieser Duft ist Ruhm für Dich!
55Ist es nicht unser Herr, der niemals aufhörte, freigebig zu sein —
ihm wird jede noble Tat zugeschrieben?
56Ich sehe, dass jeder Wechsel in meinen Händen wertlos ward,
wie die verschwund'ne Spur von einer Wohnstatt, die von der Dürr' ausgelöscht.
57Ich sah Sonnen, die zu Monden wurden
— Monde in ihrer letzten Nacht.
58Zwischen Sonn' und Mond verging der Glanz,
welch großer Unterschied — das mag man nicht am eignen Leib erfahren.
59Meine Flügel sind wie die eines Spatzen,
und der gute Wein, in diesem Falle hilft er nicht.
60Meine Flügel — sie sind nur schwach. Wie solln sie mich
erheben, wenn sie gar beschnitten sind.
61Gib mir geheilte Flügel wieder. Ansonsten werde ich es ohne
versuchen — und abstürzen.